Wer hat Angst vor Small Talk?

Manche Menschen haben Verachtung für Small Talk („unter meiner Würde“) oder sogar Horror („da muss ich ja mit wildfremden Menschen reden“). Alles Quatsch! Richtiger Small Talk kann eine anspruchsvolle Aktion sein. Wenn der Small Talk professionell geführt wird, belohnt er Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einem neuen Kontakt in Ihrem Netzwerk.
Wenn Sie sich eher zu den extrovertierten Menschen zählen haben Sie wahrscheinlich kein Problem mit einer fremden Person ein Gespräch anzufangen und Small Talk zu betreiben. Aber auch solche können oft noch dazulernen, um einen Small Talk „zielführender“ zu gestalten. Denn was ist das Ziel für Small Talk, vor allem im Business Kontext? Sprecht mir nach: „Kontakte, Kontakte, Kontakte“.
Schwieriger wird es tatsächlich für die Introvertierten. Denn die müssen erst einmal die „ich kann doch nicht einfach jemand anquatschen Schwelle“ überwinden. Wenn Sie zu den Introvertierten zählen: don’t worry. Hier ein Auszug aus der Liste Ihrer „Kollegen“:
Albert Einstein, Charles Darwin, Mahatma Gandhi, Sir Isaak Newton, Larry Page, …
Lassen Sie uns daher mit Tipps für den Introvertierten anfangen, die Extrovertierten können dann etwas später zu uns stoßen ?
Wenn wir die Liste oben betrachten: Alles SEHR erfolgreiche Leute. Also, wenn Sie zu denen dazugehören, warum sollten Sie dann Angst haben, jemand Fremden anzusprechen? Sie sind doch wer!

Tipp 1: Fahren Sie Ihre Ängste herunter.

Was kann schon schlimmes passieren?

Tipp 2: Denken und seien Sie positiv!

Gedanken sind meist selbst erfüllend. Wenn man sich einem Small Talk in dem Glauben nähert, dass er langweilig und sinnlos sein wird, dann wird es das wahrscheinlich auch werden.

Tipp 3: Nutzen und kanalisieren Sie Ihre natürliche Neugier!

Introvertierte sind typischerweise neugierige Leute (siehe unsere Liste). Sie lieben es, tief zu bohren, sich mit Themen zu beschäftigen, die richtig interessant sind, und zu lernen, wie die Menschen ticken. Also hören Sie sorgfältig zu und geben Sie dann gut überlegte Antworten. Ihr Gesprächspartner wird angenehm überrascht sein.

Tipp 4: Stellen Sie offene Fragen!

Warum gleich eine Frage stellen? Ganz einfach. Indem Sie durch die Frage die andere Person zunächst in den Mittelpunkt stellen, können Sie sich zunächst komfortabel „zurücklehnen“, Ihre Gedanken sortieren und dann durch eine gute Antwort den Weg zur Fortsetzung frei machen.

Tipp 5: Geben Sie kleine Häppchen von sich preis!

Also nicht NUR Fragen stellen, sondern wenn möglich in einer Antwort auch ein bisschen über sich selbst einarbeiten. Beispiel:
Er/Sie fragt: „und woher kommen Sie?“. Dann sagen Sie nicht einfach „aus München“. Sondern Sie könnten sagen: „aus dem Süden von München. Da bin ich wie der Blitz mit meinem Surfboard am Walchensee“. Und schon haben Sie unauffällig getestet, ob Ihr Gegenüber irgendeine Variante Wassersport betreibt.

Tipp 6: Bleiben Sie nicht in EINEM Thema hängen!

Das kann für Introvertierte eine echte Herausforderung sein. Aber, bedenken Sie, das Gespräch muss vor allem für Ihr Gegenüber interessant sein, nicht nur für Sie. Denn: Geben ist seliger denn nehmen! Eine gute Methode dieser Falle zu entgehen ist, sich schon vor dem Event drei bis fünf interessante Themen außerhalb Ihres Fachgebietes zurechtzulegen und sich dazu etwas zu informieren.

Tipp 7: Blickkontakt, lächeln und authentisch sein!

Seien Sie ein freundlicher, gut gelaunter Gesprächspartner. Erzählen Sie aber keine Witze, wenn Sie es nicht können. Vermeiden Sie vor allem explosive oder negative Themen wie Politik, Religion und – ja – sogar Fußball, wenn Sie sich nicht wirklich für Fußball interessieren.

Und jetzt zu den Extrovertierten. So, wo waren gleich die Tipps für die Extrovertierten? Ach so, Tipps 1-7 gelten auch für Extrovertierte.
Na dann, guten Small Talk!