Sprechen Sie Networking?

„Aber natürlich!“ sagen Sie gleich. Wirklich? Gutes und damit wirkungsvolles Networking kann ein komplexer Prozess sein. Warum? Weil gutes Networking das Aufbauen von Beziehungen bedeutet. Business Networking ist eben mehr als nur bei einem Event eine Menge Hände zu schütteln, möglichst viele Visitenkarten einzusammeln und dann zuhause brav in einen Kasten alphabetisch einzuordnen. „Wenn ich den Dings mal brauche, dann kann ich ihn ja anrufen“.

Das Schlimme ist, es gibt genug Leute die meinen, dass Sie damit schon networken. Im Wort Networking steckt aber nicht umsonst das Wort „working“. Man muss also etwas aktiv dafür tun. Gutes Networking muss aktiv und fokussiert betrieben werden. Natürlich stellt sich am Ende nicht jeder Kontakt als ergiebig heraus. Das kann oft frustrierend sein. Aber auch in solchen Fällen gilt, seinen Sie mal ehrlich selbstreflektierend: Haben Sie genug in diesen Kontakt investiert? Ein altes Sprichwort sagt nämlich „Es heißt geben und nehmen und nicht nehmen und gehen!“.

Geben und nehmen

Adam Grant, Professor an Wharton Business School der University of Pennsylvania, hat ein viel beachtetes Buch darüber geschrieben. Es heißt im Original „Give and Take“. Er teilt darin die Menschen im beruflichen Umfeld prinzipiell in die Typen „Geber und Nehmer“ ein. Dazwischen definiert er noch die „Matcher“.
Geber sind dabei Menschen, die gerne geben (Idee, Ratschläge, Hilfe, etc.) und nicht darauf achten, ob sie etwas zurückbekommen. Die Nehmer sind genau das Gegenteil. Teams, in denen sich zu viele Nehmer befinden, sind selten erfolgreich. Dazwischen die Matcher. Das sind die Menschen, die schon geben, aber genau darauf achten, dass es nicht mehr ist als sie selbst bekommen.
Es hat sich herausgestellt, das Teams mit vielen Gebern sehr gut funktionieren und dass Geber auch immer gute Leader sind. Grant schreibt auch noch, dass man Geber nicht unbedingt an ihrer Umgangsart erkennt. Nicht immer ist der Freundliche auch ein Geber und umgekehrt ist der etwas Ruppige nicht unbedingt der Nehmer.

Sind Sie ein Geber?

Gehen Sie in sich und seien Sie ehrlich. Sind Sie schon ein Geber? Wenn nicht: arbeiten Sie daran! Werden Sie einer! Arbeiten Sie gezielt darauf hin, über die Zeit eine wertvolle Ressource zu werden. Sie werden sich wundern, wie dann auf einmal immer mehr neue Menschen über Ihre bestehenden Kontakte hinweg auf Sie zukommen. Das heißt man hat erkannt, dass Sie in der Lage sind zu geben. Nicht dass die Arbeit ganz aufhört, aber das Networking wird effizienter und damit weniger aufwändig.
Oben haben wir festgestellt, dass Networking mit Arbeit zu tun hat. Aber Arbeit ist nicht gleich Arbeit. Wenn man es ungeschickt anstellt, kann Arbeit mühsam und lästig werden. Wenn man es geschickt anstellt, flutscht es wie von selbst und macht Spaß.